Was macht einen Künstler aus? Max Ernst war der Ansicht, dass es nicht eine ausgefeilte Technik ist, die einen guten Künstler ausmacht, sondern sein Talent, die Welt auf eine eigene Weise zu sehen und dies auf welche Weise auch immer, sichtbar zu machen und zum Ausdruck zu bringen. Max Ernst war, wie so viele andere heute hochgeschätzte Künstler, Autodidakt. Paul Cezanne, Vincent van Gogh, Ludwig Kirchner, A.R. Penck, Nicki de Saint-Phalle oder Jeff Koons - sie alle haben entweder nie eine Kunstakademie besucht und wenn, dann nur für eine kurze Zeit. Ich selber habe da meine eigene Auffassung. Was ich jedoch sagen kann ist, dass ich wie in Trance meine Werke erschaffe und mich sehr energiegeladen dabei und vor allem danach fühle. Es gibt vieles, was wir nicht wahrnehmen und doch ist es immer da. Nur die Art ist es, auf die es ankommt. Das Erschaffen der Kunst hat mich dieses gelehrt, und ich bin offen, glücklich und dankbar dafür!
Nichts spricht gegen den Besuch einer Kunstakademie, und sie kann im günstigsten Fall das Rüstzeug und Techniken vermitteln, um das innere Sehen besser zum Ausdruck zu bringen. Learning by doing, macht viel aus!
Doch wie man die Welt erfährt, das kann sie nicht lehren. Der eigentliche künstlerische Schaffensprozess ist immer noch ein Stück einer unbeschreiblichen schöpferischen Kraft. Diese entzieht sich jeder genauen Beschreibung und akademischen Lerninhalten. Der Schaffensprozess ist eben völlig frei und fließt - ohne eine Absicht zu haben, ohne zu wissen, was da kommt, und ohne seinen Geist einzuschalten - einfach natürlich als Energie, was auch immer da geschieht.
Wo liegt der Ursprung der Kunst? Er liegt in unserer menschlichen Entstehungsgeschichte, dort wo auch das Menschsein begann, in der Höhlenmalerei, als wir vor mehr als 40.000 Jahren anfingen, über uns die Welt zu reflektieren. Kunst ist bis heute immer die Reflexion des Menschen über seine Welt, mag er sie nun natürlich, magisch, religiös oder naturwissenschaftlich begreifen.
Ich empfinde es immer wieder als große Kraft, diese in mir wohnende Liebe für die Kunst zu erleben und zu fühlen, um die Werke zu erschaffen. Es ist eine unendliche Lebendigkeit und Vielfältigkeit des Seins, der schöpferische Akt an sich, den ein Kunstschaffender als Moment tiefer Wahrheit, Freude und vor allem Freiheit erleben kann. Was dadurch entsteht, ist ein Unikat reiner fließender Energie unseres Raumes, welches in mir ein Gefühl von großer Dankbarkeit und Lebendigkeit wachruft, das Geschenk, des „Lebens“ zu erfahren.
„Corona“ Maße 50 x 50 cm, erschaffen 2011, AIP auf Leinwand
„Golden and silver nucleus & blue rings in a blue room“ Maße 80 x 80 cm, erschaffen 2011, AIP auf Leinwand
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